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Amelia Earhart: Rätsel um verschollene Pilotin bleibt vorerst ungelöst

Seit 89 Jahren spurlos verschwunden: Amelia Earhart wollte die Welt umrunden, doch ihr Flugzeug kam nie an. Kürzlich hofften Forscher, auf das Wrack gestoßen zu sein – ein Irrtum, wie sich nun herausstellt.

Amelia Earhart: Rätsel um verschollene Pilotin bleibt vorerst ungelöst

Amelia Earhart kurz vor ihrem Verschwinden 1937: Strandete sie auf einer einsamen Insel?

Als Amelia Earhart spurlos verschwand, hatte sie den Großteil ihrer Reise bereits geschafft: Die Abenteurerin war im Jahr 1937 aufgebrochen, um als erster Mensch die Erde am Äquator zu umrunden. Sie war bereits in Brasilien, Westafrika und Indien erfolgreich zwischengelandet, aber am 2. Juli 1937 verliert sich ihre Spur über dem Pazifik. Wäre ihre Mission geglückt, wäre sie die erste Frau gewesen, die einmal um die ganze Welt fliegt.

Seit 89 Jahren suchen Forscher nach dem Flugzeugwrack. Nun gab es erneut einen Rückschlag – das Verschwinden der Flugpionierin bleibt so weiter ungelöst. Doch die Suche geht weiter.

Eine Expedition auf einer abgelegenen Insel in der Südsee sollte eine neue Spur zu ihrem verschollenen Flugzeug verfolgen. Doch die vermeintlichen Wrackteile entpuppten sich als angespülte Baumstämme, wie Wissenschaftler der Purdue University  im US-Bundesstaat Indiana mitteilten. Die Universität war Earharts einstige akademische Heimat.

Earhart war in einem silbernen Doppelmotorflugzeug zusammen mit ihrem Navigator Fred Noonan unterwegs, als sie verschwanden. Ihr Mut machte sie zur Legende – ihr Verschwinden zum Mythos. Seitdem ranken sich Spekulationen um das Schicksal der damals 39-Jährigen: Stürzte sie ins Meer? Strandete sie auf einer Insel? Oder wurde sie gar gefangen genommen?

Purdue-Forscher waren Anfang Oktober zusammen mit einem Team der gemeinnützigen Organisation Archaeological Legacy Institute (ALI) zum winzigen Nikumaroro-Atoll im Inselstaat Kiribati aufgebrochen, etwa auf halber Strecke zwischen Hawaii und Australien. Hier wollten sie eine auffällige Struktur untersuchen, die sie von Satellitenbildern kannten: das sogenannte Taraia-Objekt.

Amelia Earhart im Jahr 1928: Erfahrene Pilotin

Lange wurde angenommen, dass das Objekt, das in der Lagune des Atolls liegt, Earharts Flugzeug sein könnte. Die Maße passten zu einem Flugzeug, ebenso wie die Form. Die nun vor Ort gesammelten Beweise bestätigten aber, »dass die 2020 erstmals auf Satellitenbildern sichtbare visuelle Anomalie wahrscheinlich eine Ansammlung großer Bäume war, die sich entlang der Sandbank der Halbinsel abgelagert hatten«, berichtete die Purdue University. Die vermeintlich metallisch glänzende Oberfläche erwies sich demnach als verfestigter Korallensand.

Die Forscher verbrachten insgesamt sieben Tage in der Nähe des Atolls, darunter vier Tage mit Untersuchungen an Land. Dabei entdeckten sie verschiedene Artefakte, darunter ein rund 76 Zentimeter langes Stahlrohr in der Lagune. Die Funde sollen weiter analysiert werden.

Die neue Expedition habe zwar keinen direkten Beleg für Earharts Anwesenheit auf Nikumaroro liefern können, bekräftige aber die Schiffbrüchigen-Hypothese, betonten die Forscher. Demnach stürzten Earhart und Noonan nicht unmittelbar ins Meer, sondern landeten auf dem Riff des abgelegenen Atolls und strandeten dort.

Für diese Theorie werden unter anderem historische Funkpeilungen angeführt sowie Fotos, Satellitenbilder und auf der Insel gefundene Gegenstände. Dazu zählen ein Damenschuh, ein Etui, ein Gefäß für Sommersprossencreme und eine Arzneiflasche aus den Dreißigerjahren.

Auch menschliche Knochen, die 1940 auf Nikumaroro entdeckt wurden, werden in diesem Zusammenhang diskutiert. Eine Analyse aus dem Jahr 2018 kam zu dem Schluss, dass sie wahrscheinlich von einer Frau mit Earharts Körpergröße stammen könnten.

Amelia Earhart 1932 in Nordirland: Wo sie landete, war die Begeisterung groß

Die Purdue University kündigte an, die Suche nach dem Flugzeugwrack fortzusetzen. »Amelia Earhart gab niemals auf – sie ging immer wieder über Grenzen hinaus und wagte sich ins Unbekannte«, sagte Expeditionsteilnehmer Steve Schultz. »Dieser unbändige Entdeckergeist treibt auch unsere Suche an. Sie flog immer weiter – und wir werden weitersuchen.«

Erst wird es »schrecklich kalt«, dann geht plötzlich das Licht an: Im Schwarzwald haben Wissenschaftler ein Spukhotel untersucht. Hier lesen Sie, was an dem Abend geschah.

Quelle: Spiegel ›

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