Gaza: Welternährungsprogramm reduziert Hilfe um ein Drittel
Dem Welternährungsprogramm fehlen Gelder. Vor allem die USA und Deutschland haben ihre Unterstützung drastisch gekürzt. Das hat nun Folgen für die Menschen, die im Gazastreifen leben.
Palästinenser im Gazastreifen erhalten Essensspenden des Welternährungsprogramms
Das Welternährungsprogramm (WFP) zieht Konsequenzen aus weggebrochenen Einnahmen. Das hat nun nach Angaben des Programms Auswirkungen für Not leidende Menschen im Gazastreifen.
Rund eine halbe Million Palästinenser in dem vom Krieg gezeichneten Gebiet erhalte nun keine Hilfe mehr, heißt es in einer Mitteilung . Grund für die Kürzung der Ernährungshilfe um rund ein Drittel seien Finanzierungslücken. Ab diesem Monat unterstütze die Uno-Organisation demnach noch 1,1 Millionen Menschen.
Zuvor habe sie seit Beginn der Waffenruhevereinbarung im Oktober 2025 jeden Monat rund 1,6 Millionen Palästinenser etwa mit Lebensmittelpaketen, Brot und Bargeld versorgt. »WFP verfügt jetzt nicht mehr über ausreichende Finanzierungen, um dieses Hilfsniveau aufrechtzuerhalten«, teilt die Organisation weiter mit.
Auch diejenigen, die weiterhin Unterstützung erhielten, bekommen demnach nun weniger Hilfe. Die Organisation habe die Lebensmittelrationen um die Hälfte gekürzt. Auch warme Mahlzeiten würden jetzt seltener verteilt.
Das WFP hatte bereits im März 2025 von ausbleibenden Finanzmitteln berichtet. Nach Angaben auf der Website des WFP erhielt die Uno-Organisation damals bis zum 24. März 2025 lediglich 1,57 Milliarden Dollar an Finanzmitteln. Für das gesamte Jahr 2024 hatte das WFP 9,75 Milliarden Dollar bekommen. Das WFP beschuldigte damals keine einzelnen Länder. Eine Aufschlüsselung auf der WFP-Website zeigte jedoch, dass etwa die USA und Deutschland ihre Hilfen drastisch gekürzt hatten.
Laut WFP-Angaben leiden rund 67 Prozent der Bevölkerung im Gazastreifen unter akutem Hunger »oder Schlimmerem«. Die IPC-Initiative (Integrated Food Security Phase Classification), die Nahrungskrisen in aller Welt beobachtet, sieht das Gebiet derzeit nicht mehr von einer Hungersnot betroffen. Dennoch sei die Bevölkerung des Gazastreifens stark von akuter Mangelernährung und Ernährungsunsicherheit betroffen.
Die für Palästinenserangelegenheiten zuständige israelische Behörde Cogat betont wiederum, dass die Menge der Hilfslieferungen den Ernährungsbedarf der Bevölkerung übersteige. Es gebe keine akute Ernährungsunsicherheit im Gazastreifen.
Weltweit hungern so viele Menschen wie lange nicht, gleichzeitig helfen wohlhabende Länder immer weniger. Im vergangenen November erklärte die Vizechefin des Uno-Welternährungsprogramms, warum das auch Deutschlands Schuld sei: Das SPIEGEL-Interview lesen Sie hier.
Quelle: Spiegel ›
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