Kunstmesse „Munich Highlights“: In der Residenz ist Renovierung angesagt
Der Schwerpunkt liegt jetzt bei der klassischen Moderne: Auf der Messe Munich Highlights in der Münchner Residenz setzt nach dem Abgang wichtiger Händler für Alte Kunst der Expressionismus die wichtigsten Akzente.
Ein Erkundungsgang über die Munich Highlights zeigt: Der hübschen Boutiquemesse ist in der Münchner Residenz mit ihrer 17. Ausgabe wieder der Aufbau eines „Museums auf Zeit“ geglückt. Welche Messe in Deutschland lässt sonst noch erleben, wie gut Antiquitäten und Alte Meister mit neuerer Kunst harmonieren? Die 50 Aussteller bieten reichlich von all dem an – doch dann steht man dort, wo früher Peter Mühlbauer seinen prunkvollen Stand hatte, unverhofft vor der Erfrischungsbar. Gehen und Kommen auf der wohl teuersten Messe im Land Der im Pockinger Schloss Schönburg ansässige Händler ist nicht der einzige, der im Spitzenbereich Alter Kunst Lücken klaffen lässt. Auch Georg Laue hat abgesagt: Den Münchner Kunstkammerspezialisten zog es stattdessen zur Frieze Masters nach London. Außerdem fehlen die großen Porzellanhandlungen. Weil Röbbig wegen Insolvenz schon im vergangenen Jahr ausfiel, vermisst man diesmal umso mehr die Meissen-Spezialisten von Langeloh aus Weinheim. Sie nahmen kürzlich lieber am Pariser Parcour de la Céramique teil. Es sind von der TEFAF geadelte Händler, die in München ausfallen, also Teilnehmer der Maastrichter European Art Fair, der prestigeträchtigsten Veranstaltung dieser Art. Doch auch für Messen gilt: Alles ist im Fluss. Dabei droht gerade, um im Bild zu bleiben, die Alte Kunst von späterer Kunstproduktion überflutet zu werden. Manche Händler, wie Laue oder Langeloh, brechen zu neuen Ufern auf, andere achten verschärft auf die Kosten. Thole Rotermund aus Hamburg, spezialisiert auf Papierarbeiten der Moderne und Mitglied im Leitungsteam der Highlights, versichert dennoch, dass diese „vermutlich teuerste Messe im Lande“ (die Preise sind mit circa 1000 Euro Miete pro Quadratmeter am Stand stattlich) auf einen hohen Prozentsatz von Stammausstellern und Wiederkehrern setzen kann. Auch halte sie im Unterschied zu anderen immerhin die Standpreise stabil und stemme noch dazu die Kosten allein, ohne Unterstützung von Stadt oder Land. Es gibt sie noch, die prächtigem Kojen mit Edelantiquitäten und ausgesuchtem Kunsthandwerk wie bei Franke aus Bamberg oder Helga Matzke aus Grünwald, einer der ersten Adressen für europäisches Silber. Beide nehmen ebenfalls an der TEFAF teil. Auch Neuaussteller kamen an Bord: Hoffmans Antiques aus Stockholm etwa oder aus Zürich August Laube. Doch der Schwerpunkt der aktuellen Highlights-Ausgabe liegt bei der klassischen Moderne. Dass „deutscher Expressionismus triumphiert“, wie es in der Pressemitteilung heißt, unterstreicht der Spitzenpreis von 3,8 Millionen Euro bei Samuelis Baumgarte aus Bielefeld für Ernst Ludwig Kirchners Gemälde „Unterhaltung im Garten“. Munich Highlights, Residenz München, bis zum 18. Oktober, Eintritt 25 Euro
Quelle: FAZ ›
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