Musk-Imperium: SpaceX und Tesla prüfen Fusion
Elon Musk will das Raumfahrtunternehmen und den Autohersteller zusammenführen. Und er gibt für SpaceX einmal mehr eine kühne Prognose ab.
Schon seit einiger Zeit wird spekuliert, dass Elon Musk seine beiden Unternehmen SpaceX und Tesla fusionieren könnte. Dies scheint sich nun zu konkretisieren. Wie Musk am Dienstag bei der Vorlage von Geschäftsergebnissen von SpaceX sagte, haben sowohl das Raumfahrtunternehmen als auch der Autohersteller ein Gremium geformt, das einen Zusammenschluss prüfen soll. „Ich denke, es wäre eine gute Idee,“ sagte Musk und verwies auf eine Reihe von Synergien, die es zwischen SpaceX und Tesla gebe. Musk, der Großaktionär beider Unternehmen ist, behauptete, wegen Interessenkonflikten könne er nicht an den Beratungen teilnehmen. Er fügte hinzu, es wäre übertrieben, eine Fusion eine „Gewissheit“ zu nennen, zumal die Aktionäre ihr zustimmen müssten. Allerdings hat Musk selbst einen großen Anteil der Stimmrechte, und bei größeren Entscheidungen in der Vergangenheit, etwa über sein Gehaltspaket, sind Aktionäre mehrheitlich seinen Wünschen gefolgt. Musk nahm die Vorlage der Zahlen auch zum Anlass, einmal mehr kühne Prognosen abzugeben: Er sagte, bis Ende 2027 könne SpaceX ein Umsatzniveau erreichen, das aufs Jahr hochgerechnet zwischen 500 Milliarden und einer Billion Dollar liegt. Rasantes Wachstum, starke Satellitensparte SpaceX blickt auf das erste volle Quartal nach seinem Börsengang zurück, und die jetzt vorgelegten Geschäftszahlen für diesen Zeitraum haben die Erwartungen übertroffen. Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen ist im dritten Quartal rasant gewachsen und hat seinen Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 5,6 Milliarden auf 14,6 Milliarden Dollar gesteigert. Anders als noch im vorangegangenen Quartal war SpaceX diesmal auch profitabel und hat einen Nettogewinn von 4,4 Milliarden Dollar ausgewiesen. Die Börse zeigte sich zufrieden, der Aktienkurs von SpaceX stieg am Dienstag im nachbörslichen Handel zeitweise um mehr als vier Prozent. SpaceX kam erst im Juni dieses Jahres an die Börse. Die Aktie wurde damals für 135 Dollar ausgegeben, und der Kurs stieg innerhalb weniger Tag auf mehr als 200 Dollar. Danach ging es aber wieder bergab, am Dienstag vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen kostete sie rund 147 Dollar. Das entspricht einem Börsenwert von rund zwei Billionen Dollar. SpaceX war ursprünglich auf Raumfahrt spezialisiert, hat sich aber in den vergangenen Jahren deutlich breiter aufgestellt. Viel größer als das traditionelle Raumfahrtgeschäft ist mittlerweile die als Starlink bekannte Satellitensparte, die Hochgeschwindigkeitszugänge ins Internet aus dem Weltall zur Verfügung stellt. In diesem Jahr hat SpaceX außerdem X.AI übernommen, das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen aus Musks Imperium. „SI“ wird zur größten Sparte Im zweiten Quartal brachte noch das Satellitengeschäft den größten Umsatz ein, diesmal war es die KI-Sparte. Ihr Umsatz betrug 7,6 Milliarden Dollar, vor einem Jahr waren es noch 813 Millionen Dollar. Der Umsatzsprung erklärt sich vor allem mit Vereinbarungen zur Vermietung von Computerkapazitäten in seinen Rechenzentren, die SpaceX in den vergangenen Monaten mit Unternehmen wie Anthropic und Google geschlossen hat. Allein Anthropic zahlt SpaceX 1,25 Milliarden Dollar im Monat. SpaceX hat außerdem für 60 Milliarden Dollar den KI-Spezialisten Cursor übernommen. SpaceX sprach in seinem Quartalsbericht statt von KI durchgehend von „SI“, also „Superintelligenz“. Damit folgt das Unternehmen dem Wunsch von US-Präsident Donald Trump, der kürzlich amerikanische Behörden per Dekret angewiesen hat, auf ihren Internetseiten und in ihrem offiziellen Schriftverkehr nur noch von SI zu sprechen. Trump hat auch klar gemacht, dass er von der Technologiebranche erwartet, sich danach zu richten. Musk hat sich im vergangenen Jahr zwischenzeitlich mit Trump überworfen, aber die beiden Männer haben sich mittlerweile wieder angenähert. Lufthansa mit Starlink Im Satellitengeschäft von SpaceX stieg der Umsatz im dritten Quartal um 69 Prozent auf 5,2 Milliarden Dollar. Zu den Kunden von Starlink gehören Privathaushalte, Unternehmen und Regierungen. Zum Quartalsende hatte Starlink 13,6 Millionen Abonnenten, drei Monate zuvor waren es 12,0 Millionen. SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell sagte, im abgelaufenen Quartal hätten eine Reihe von Fluggesellschaften erstmals Flüge mit Internetverbindungen von Starlink absolviert, darunter auch die Deutsche Lufthansa. Im traditionellen Raumfahrtgeschäft von SpaceX stieg der Umsatz um 6 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar. Musk hat erst zu Wochenbeginn mit der Ankündigung für Schlagzeilen gesorgt, im nächsten Jahr jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie geben zu wollen. Nach Regierungsangaben gibt es rund 73 Millionen Kinder unter 18 Jahren im Land. Würde jedes von ihnen eine SpaceX-Aktie bekommen, wäre Musks Versprechen beim gegenwärtigen Aktienkurs mehr als zehn Milliarden Dollar wert. Musk will die Aktien nach eigener Darstellung über die sogenannten „Trump Accounts“ verteilen. Das sind steuerbegünstigte und staatliche Wertpapierdepots für Kinder, die kürzlich von der US-Regierung eingeführt worden sind.
Quelle: FAZ ›
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