Nach Ausschreitungen: Rom schickt 500 Soldaten nach Mailand
Giorgia Melonis Regierung will verhindern, dass sich die Krawalle vom Wochenende wiederholen – und erwägt dafür auch Ausgangssperren.
Nach den Ausschreitungen vom Wochenende schickt die italienische Regierung 500 Soldaten nach Mailand. Verkehrsminister Matteo Salvini gab in sozialen Medien bekannt, dass die Maßnahme Teil eines Sicherheitsdekrets sein solle, das am heutigen Dienstag vom Kabinett beschlossen werden soll. Die Regierung in Rom will mit harten Maßnahmen eine Wiederholung der Krawalle verhindern. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte ihr Kabinett am Montag zu einer mehrstündigen Krisensitzung zusammengerufen. Anschließend verlautete am Nachmittag aus Regierungskreisen, der Staat werde auf die Unruhen der vergangenen Tage „entschlossen reagieren“. Dazu gehörten auch mögliche Ausgangssperren. Mehr als 270 vorübergehende Festnahmen Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete unter Berufung auf verschiedene Quellen in Melonis Umgebung, derzeit würden „technische Lösungen zur Durchsetzung einer Ausgangssperre“ geprüft. Zudem werde über Maßnahmen gegen Straßenblockaden nachgedacht. Dazu werde vom Ministerrat bereits an diesem Dienstag ein Gesetzesdekret verabschiedet, hieß es. In Mailand, aber auch in anderen Städten wie Turin oder Bologna, war es in den vergangenen Tagen nach zunächst friedlichen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Auf dem Domplatz von Mailand und in dessen Umgebung schlugen meist schwarz gekleidete und vermummte junge Leute Schaufensterscheiben ein, plünderten Geschäfte und Supermärkte. Insgesamt gab es mehr als etwa 270 vorübergehende Festnahmen, die sich zumeist gegen Minderjährige richteten. Fünf Jugendliche kamen in Untersuchungshaft. Viele zogen Vergleiche zu den Unruhen in Frankreich. Aus Sorge vor neuen Unruhen machten mehrere Luxusgeschäfte am Montag ihre Läden in der Nähe des Domplatzes dicht. Nach offiziellen Angaben wurden mindestens 14 Sicherheitskräfte verletzt. Die Staatsanwaltschaft Mailand sprach von einem Ausmaß „seltener Gewalt“. Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es keine genauen Angaben. Der Schaden geht nach Schätzungen in die Millionenhöhe.
Quelle: FAZ ›
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