"Nationales Interesse" - Trump setzt geplante Sanktionen gegen Russland aus
Erst macht der US-Präsident einen umstrittenen Diesel-Deal mit Russland, nun setzt Trump gerade erst beschlossene Sanktionen aus. Das Weiße Haus begründet dies mit nationalem Interesse. Moskau reagiert erfreut, die Ukraine ist entsetzt.
Erst macht der US-Präsident einen umstrittenen Diesel-Deal mit Russland, nun setzt Trump gerade erst beschlossene Sanktionen aus. Das Weiße Haus begründet dies mit nationalem Interesse. Moskau reagiert erfreut, die Ukraine ist entsetzt. Wenige Tage nach seinem Diesel-Abkommen mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump nun ein erst kürzlich verabschiedetes Sanktionspaket gegen Russland auf Eis gelegt. Die vom US-Kongress beschlossenen drastischen Strafmaßnahmen ruhen damit bis auf Weiteres. Trump begründete sein Vorgehen damit, dass dies "zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse" der USA liege. Das Weiße Haus machte bisher keine Angaben darüber, inwiefern die Aussetzung der Sanktionen im nationalen Interesse liege. Moskau erfreut über "historischen Moment" Die russische Regierung begrüßte den Schritt. Die Aussetzung der Sanktionen sei "ein wichtiger und wahrhaft historischer Moment", erklärte der Wirtschaftsbeauftragte von Präsident Wladimir Putin, Kirill Dmitrijew, in Onlinenetzwerken. Die Sanktionen hätten "schwere Schäden" in der US-Wirtschaft sowie auf den globalen Märkten verursacht, sagte Dmitrijew. Als Kreml-Unterhändler verhandelt er mit den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner auch über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Selenskyj sieht Ansporn für Kremlchef Putin Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte dagegen die Entscheidung Trumps. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, schrieb er in einem Beitrag im Messengerdienst Telegram. Er beklagte, dass Trump sich zu dem Schritt entschlossen habe am Tag, nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe. Sanktionen gegen Russlands Energiesektor Erst Mitte September hatte Trump das vom US-Parlament verabschiedete Gesetz mit neuen weitreichenden Strafmaßnahmen gegen Russland unterzeichnet. Es richtete sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor. Trump setzte die Zölle nun per Dekret kurz vor Ende einer vom Kongress vorgegebenen Frist aus. Das Gesetz sah vor, dass die im Text verankerten Zölle und Sanktionen 30 Tage nach der Unterzeichnung automatisch greifen - es sei denn, der Präsident würde innerhalb dieser Zeit anders entscheiden. Umstrittener Diesel-Deal mit Russland Der Kongress wollte mit den Sanktionen den Druck auf Russland erhöhen, angesichts gestiegener Treibstoffpreise setzte der wegen der Zwischenwahlen unter Druck stehende Trump jedoch andere Prioritäten. Vor wenigen Tagen hatte er ungeachtet bestehender Sanktionen mit dem Kreml die Lieferung von russischem Diesel vereinbart und danach den Druck auf die Ukraine und Präsident Selenskyj verstärkt. Trump bestreitet Anordnung zur Drosselung von Starlink Trump bestritt nun aber, dass er für die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten US-Satelliteninternets von Starlink in der Ukraine verantwortlich gewesen sei. "Das habe ich nicht getan. Nein, wir haben das überhaupt nicht getan", sagte er vor Reportern in Washington. Trumps Aussagen stehen im Widerspruch zu jenen von Elon Musk, dem der Konzern SpaceX, der Starlink betreibt, gehört. "Jegliche Geschwindigkeits- oder Nutzungsbeschränkungen werden vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt", hatte dieser zuvor auf X gepostet.
Quelle: tagesschau ›
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