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News des Tages: Mögliches Linksbündnis in Berlin, Krawalle in Frankreich, Natur in der Krise

Die Aussicht auf ein Linksbündnis in Berlin bringt Union und SPD gegeneinander auf. Im Kampf gegen Gewaltexzesse kündigt Frankreich Ausgangssperren an. Der Biber erholt sich – ist aber eine Ausnahme. Das ist die Lage am Montagabend.

News des Tages: Mögliches Linksbündnis in Berlin, Krawalle in Frankreich, Natur in der Krise

Gespräche über Linksbündnis – warum belasten die Verhandlungen in Berlin die Koalition im Bund?

Gewaltexzesse in Frankreich – wie will die Regierung die Lage unter Kontrolle bekommen?

Vom Aussterben bedroht – wie ist es um die Artenvielfalt auf der Erde bestellt?

Es gibt Neuigkeiten von Ihrer Lage am Abend. Von heute an schreiben meine Kollegin Anna Clauß und ich im wöchentlichen Wechsel ihr tägliches News-Briefing. Wir freuen uns auf Sie und wünschen Ihnen eine informative und unterhaltsame Lektüre. Wenn Sie Anregungen haben, schreiben Sie uns an [email protected] .

SPD und Grüne in Berlin wollen heute den nächsten Schritt hin zu einer Hauptstadtregierung gemeinsam mit der Linken gehen. Der Landesvorstand der Sozialdemokraten schaltet sich zusammen, um nach den zähen Sondierungsgesprächen formal zu beschließen, dass man nun über eine Koalition verhandeln wird. Die Grünen wollen sich heute Abend auf einem kleinen Parteitag entscheiden. Die Linke, die mit Elif Eralp künftig die Regierende Bürgermeisterin stellen will, wird das erst Ende des Monats tun.

Je schärfer die rot-grün-roten Konturen in Berlin werden, umso mehr werden sie zur Belastung für die ohnehin angeschlagene Koalition im Bund. Die Union warnt in bemerkenswert schrillen Tönen vor einem Linksbündnis. Kanzler, Ministerinnen und Minister, Abgeordnete, Parteinachwuchs Ministerpräsidenten, alle stimmen in den Chor ein (mehr dazu hier ). Von »Honecker 2.0« ist da die Rede, einem »Spiel mit dem Feuer« oder einem »Kulturbruch«.

Nun gibt es bekanntermaßen Gründe genug, Vorbehalte gegen eine rot-grün-rote Regierung in Berlin zu haben, vornweg der grassierende Antisemitismus in Teilen der Linken. Aber man wundert sich schon: Dass ein solch vielstimmiger und wuchtiger Unionschor zuletzt gegen die AfD zu vernehmen gewesen wäre, etwa in Sachsen-Anhalt, daran kann ich mich nicht erinnern. Ist der lautstarke Ruf nach einer »Brandmauer nach links« womöglich nur ein Ablenkungsmanöver?

Zumindest wundert es nicht, dass sich die Bundes-SPD, in deren Reihen es ebenfalls viele Gegner eines Linksbündnisses gibt, heute noch einmal ausdrücklich Belehrungen des Koalitionspartners verbittet. Oder dass Grünenchef Felix Banaszak – auch er im Übrigen kein Befürworter der Berliner Koalitionsgespräche – via »Rheinische Post« beklagt, bei der Union seien »die Maßstäbe offenbar völlig verrutscht«.

Lesen Sie einen Kommentar zum Thema hier: Dieses Banner der Jungen Union ist eine Entgleisung 

Mehr als 1000 Polizisten sind verletzt, mehr als 2000 Personen wurden festgenommen, Hunderte Geschäfte wurden geplündert und verwüstet, zahlreiche Fahrzeuge und auch Gebäude gingen in Flammen auf. Das ist die vorläufige Bilanz der landesweiten Gewaltexzesse in Frankreich am zurückliegenden Wochenende (mehr dazu hier ).

Der Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire warf dem Staat vor, versagt zu haben. Stundenlang hätten Randalierer plündern können, ohne dass die Polizei eingegriffen habe. Innenminister Laurent Nuñez räumte inzwischen einen »Kontrollverlust« ein und bot seinen Rücktritt an – Präsident Emmanuel Macron hat diesen heute abgelehnt. Er verweist auf die »notwendige Kontinuität bei der Führung der Sicherheitskräfte« (mehr dazu hier).

Die Frage ist, wann die Sicherheitskräfte in der Lage sind, die Kontrolle wiederzuerlangen. Und ob die Politik in der Lage ist, dann auch die Probleme anzugehen, gegen die vor allem junge Menschen vor der Gewaltexplosion protestiert hatten. Zur Erinnerung: Ursprünglich ging es um Lehrermangel, soziale Ungleichheit und hohe Lebenshaltungskosten.

Präsident Macron ist derzeit übrigens auf einer mehrtägigen Reise am Persischen Golf unterwegs. Daheim muss Premierminister Sébastien Lecornu die Krise managen. Der kündigt nun lokale Ausgangssperren an, um die Unruhen in den Griff zu bekommen.

Sehen Sie hier mehr im Video zum Thema: »Es ist herzzerreißend, unsere Stadt so zu sehen«

In Armenien hat heute die Biodiversitätskonferenz der Uno begonnen. Bis Ende Oktober beraten in der Hauptstadt Eriwan rund 15.000 Teilnehmer aus fast 200 Staaten über Maßnahmen gegen den rasanten Rückgang der Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Die Fachleute wollen Bilanz ziehen, ob der selbst gesetzte Fahrplan, mit dem bis 2030 eine Trendwende eingeleitet werden soll, noch zu halten ist.

Meine Kollegin Alina Schadwinkel aus dem Wissensressort hat sich aus Anlass des Treffens angesehen, wie es um die Biodiversität auf der Erde bestellt ist. Sie hat Studien analysiert, mit Experten gesprochen und Statistiken ausgewertet. Das Ergebnis: Noch immer sind 20 bis 30 Prozent der Pflanzen- und Tierarten vom Aussterben bedroht. Sie leiden unter intensiver Landwirtschaft, dem Abbau von Rohstoffen und dem Klimawandel.

Es gibt auch positive Beispiele: Der Europäische Biber etwa galt als nahezu ausgerottet. Dank Jagdverboten, Renaturierungsprojekten und konsequentem Schutz hat sich die Population über mehrere Jahrzehnte aber erholt. Auch der Fischotter, Wölfe und Wasservögel wie Flamingos, Silberreiher oder Kiebitze finden wieder mehr Lebensräume in Europa.

Täuschen lassen sollte man sich davon aber nicht. Die Krise der Biodiversität wird sich nicht von selbst erledigen. Denn, so sagt Alina: »Die Erfolgsgeschichten sind bislang die Ausnahme.«

Lesen Sie die ganze Geschichte hier: Die Krise der Natur – in fünf Grafiken 

Migrantenverbände fordern Schutz vor AfD-Regierung: Die AfD könnte in Sachsen-Anhalt bald ihren ersten Ministerpräsidenten stellen. Schon jetzt fürchten Migrantenorganisationen die Folgen – und fordern unter anderem ein Recht auf Wegzug für Asylsuchende.

Welternährungsprogramm reduziert Hilfe für Menschen in Gaza deutlich: Dem Welternährungsprogramm fehlen Gelder. Vor allem die USA und Deutschland haben ihre Unterstützung drastisch gekürzt. Das hat nun Folgen für die Menschen, die im Gazastreifen leben.

Zwei Männer stellen sich nach Zwischenfall am Flughafen Leipzig: Wer hat mit einem Auto den Zaun am Leipziger Flughafen durchbrochen? Nach dem…

Quelle: Spiegel ›

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