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Prognose: Die Kfz-Versicherung wird abermals etwas teurer

Deutschlands Autofahrer müssen auch im kommenden Jahr mit höheren Versicherungsprämien rechnen. Diese Prognose gaben mehrere Rückversicherer bei einem Branchenkongress ab.

Prognose: Die Kfz-Versicherung wird abermals etwas teurer

Die Prämien für die Kfz-Versicherung werden auch im kommenden Jahr steigen. Mit drastischen Preissteigerungen müssen Autofahrer allerdings nicht mehr rechnen. Diese Prognose gab Stefan Schmuttermair, der für Kraftfahrtgeschäft zuständige Bereichsleiter bei der E+S Rück, einer Tochtergesellschaft der Hannover Rück. Im laufenden Jahr sind die Prämien für die Kfz-Haftpflicht um vier, für die Teilkasko um fünf und für die Vollkasko um sieben Prozent angestiegen. Der Preisanstieg werde sich weiter verlangsamen, sagt Schmuttermair voraus. Konkret rechnet der Kfz-Experte mit einem Anstieg „im niedrigen bis mittleren Prozentbereich – bis maximal fünf Prozent“. Allerdings dürften die Preisanstiege von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich ausfallen. In ihrer Gesamtheit verkehrt die Branche zwar wieder in der Gewinnzone. „Es gibt aber noch Versicherer, die ihre Portfolios noch nicht saniert haben“, sagte Schmuttermair. Bei denen sind auch stärkere Preissteigerungen denkbar. Dass es aber wieder zu einem Preiskampf in der Autoversicherung kommt, schließen sowohl der Manager der E+S Rück wie auch Leopoldo Camara von der Swiss Re aus. „Allenfalls bei einzelnen Tarifen, die auf eine sehr spitze Kundengruppe zielen“, sei dies denkbar, sagte Schmuttermair. Preiserhöhungen wurden nachgeholt Im wettbewerbsintensiven Markt mit Autoversicherungen haben es die Anbieter versäumt, nach Ende der Corona-Pandemie die Preise graduell anzuheben, und landeten tief in der Verlustzone. 2023 erreichte die Schaden-Kosten-Quote 112 Prozent. Das heißt, Versicherer mussten für jeden Euro Prämieneinnahmen 1,12 Euro aufwenden, um Schäden zu begleichen. 2024 verringerten sich die Verluste der Branche dann leicht auf eine Schaden-Kosten-Quote von 106 Prozent. Erst im Jahr 2025 fuhr die Branche dann wieder in die Gewinnzone, die Kennziffer lag bei 96 Prozent. Möglich machten das aber nur massive Prämienerhöhungen, insbesondere für das Versicherungsjahr 2025. Geholfen hat den Versicherern, dass das vergangene Jahr, wie auch die erste Hälfte des laufenden Jahres, vergleichsweise schadensarm war. Insbesondere Hagelstürme, die große Schäden für die Autoversicherer verursachen, waren selten. Im Sommer gab es aber wieder Hagelstürme. Besonders heftig fielen sie in der Schweiz und Italien aus, aber auch Deutschland wurde nicht komplett verschont. Ein nach wie vor andauerndes Problem ist aber die Schadeninflation. Die Teuerungsrate bei Reparaturen in Werkstätten liegt nach wie vor deutlich über der allgemeinen Inflationsrate. Auch wenn sich eine Abflachung abzeichnet. Laut Schmuttermair stiegen die Schadenkosten in der Vollkasko im vergangenen Jahr um 7,5 Prozent. Im laufenden Jahr rechnet der Rückversicherer mit fünf bis sechs Prozent. Aber auch bei Personenschäden müssen Versicherer wegen gestiegener Gesundheitskosten mehr bezahlen. Viel Spielraum haben die Kfz-Versicherer gleichwohl nicht. Laut E+S Rück werde das kumulierte versicherungstechnische Ergebnis der deutschen Kfz-Versicherer lediglich einen Gewinn von 500 Millionen Euro einfahren. Im kommenden Jahr könnten es nur noch 200 Millionen Euro sein. Die Schaden-Kosten-Quote wird dann womöglich wieder an der Verlustgrenze kratzen. „Die Ertragslage in der Kfz-Versicherung bleibt fragil“, fasst Thorsten Steinmann, Vorstandsvorsitzender der E+S Rück, die Lage zusammen.

Quelle: FAZ ›

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