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SPD-Vorsitz: Wer ruft nach Heil?

Arbeitsminister durfte Hubertus Heil nicht wieder werden. Also schielt er jetzt nach dem SPD-Vorsitz. Aber was genau will er anders machen?

SPD-Vorsitz: Wer ruft nach Heil?

Seit Monaten schien es, als halte Hubertus Heil beständig das Fenster offen, damit er es nur ja nicht überhöre, wenn jemand nach ihm rufe. Als Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas zurückgetreten ist, hätte so ein Moment sein können. Schließlich ist Heil lange Jahre selbst Ressortchef in jenem Haus gewesen. Aber der, der ihn hätte rufen müssen, wäre der Vizekanzler und SPD-Vorsitzende gewesen, Lars Klingbeil. Und die beiden niedersächsischen Parteifreunde sind einander in langjähriger Rivalität verbunden, um nur das Mindeste zu sagen. Klingbeil berief lieber den im Frühjahr in Rheinland-Pfalz abgewählten Alexander Schweitzer. Also dann Parteichef, vielleicht. Er schließe es nicht aus, sagte Heil jetzt in der ARD. Denn auf dem Parteitag Mitte Januar soll nicht nur eine Nachfolgerin für Bas gewählt werden, die auch als SPD-Ko-Vorsitzende zurückgetreten ist (an der Stelle muss es wieder eine Frau sein), sondern die gesamte Doppelspitze. Alter Rivale Klingbeils Freilich will Klingbeil nach eigenem Bekunden selbst wieder antreten. Aber die Zustimmung zu ihm war schon bei seiner bislang letzten Wiederwahl im Juni 2025 überschaubar, eine Quittung für das schwache Abschneiden bei der Bundestagswahl. Und seither ist es sowohl in Landtagswahlen als auch in den Umfragen weiter bergab gegangen. Dass aber ausgerechnet Heil, der sich seit zwei Jahrzehnten als mehrmaliger SPD-Generalsekretär und Minister in der Bundespolitik tummelt, für den Aufbruch der Sozialdemokratie in eine glänzende Zukunft stehen soll, ist zumindest erklärungsbedürftig. Was ihn von Klingbeil unterscheide, vermochte er jetzt auf Nachfrage nicht so recht zu sagen. Aus der Regierungsverantwortung wolle er nicht weglaufen. Doch er wolle, dass die SPD stärker und „erkennbar“ ist. Aber wie wäre es mit einer Linkskoalition, wie sie jetzt in Berlin angestrebt wird? Die Berliner Linkspartei sei bedenklich, fand Heil, die in Mecklenburg-Vorpommern vernünftig, und insgesamt müsse man eine ordentliche Politik vereinbaren, sonst gehe da nichts. Heil sagte es hier nicht so ausdrücklich: Aber auch da schloss er nichts aus – zumindest für nach der nächsten Wahl.

Quelle: FAZ ›

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