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Terrakotta-Armee in China: Fingerabdrücke geben Hinweise auf die Bildhauer

Groß wie Menschen und aus Ton: Eine Armee aus Kriegerskulpturen begleitete den chinesischen Herrscher Qin Shihuangdi in den Tod. Nun gibt es überraschende Hinweise darauf, wer die Figuren schuf.

Terrakotta-Armee in China: Fingerabdrücke geben Hinweise auf die Bildhauer

Tonkrieger im Mausoleum in Xi'an: 33 Prozent Frauen

Auch im Jenseits sollte ihn offenbar niemand besiegen können: Mehr als 2200 Jahre lang bewachten Tausende Tonkrieger die Grabanlage des berühmten Qin Shihuangdi, Gründer des chinesischen Kaiserreichs. Die Figuren gelten als Meisterleistung des Kunsthandwerks.

Bisher glaubte man, die im Jahr 1974 entdeckten Figuren seien ausschließlich von Männern geformt worden. Doch neue Analysen von Fingerabdrücken auf den Skulpturen legen nahe, dass auch Frauen und Kinder beteiligt waren, berichtet ein Forschungsteam im Fachblatt »Journal of Cultural Heritage« .

Die lebensgroßen Figuren stammen aus dem 3. Jahrhundert vor Christus und sind individuell gestaltet. Sogar die Gesichtszüge unterscheiden sich, ebenso die Ausrüstung. Ursprünglich waren sie bunt bemalt.

Insgesamt umfasste die legendäre Terrakotta-Armee einst zwischen 7000 und 8000 lebensgroße Tonkrieger und mehr als 650 Pferdeskulpturen. Etliche sind bis heute nahezu vollständig erhalten geblieben.

Als sie die Tonkrieger formten, hinterließen ihre Erbauer Spuren – in Form von Fingerabdrücken. Sie entstanden, als der Ton noch nicht vollständig getrocknet war. Ein Forschungsteam um Xiaoxi Li vom Mausoleum-Museum in Xi'an, wo die Grabanlage vor mehr als 2200 Jahren errichtet wurde, hat 79 Fingerabdrücke von insgesamt 36 Figuren näher untersucht. Die Spuren waren an verschiedenen Stellen in den Ton gedrückt worden, an den Armen, den Panzern, an den Köpfen der Krieger.

Die Wissenschaftler fotografierten die Abdrücke und maßen den Abstand zwischen den einzelnen Linien, den sogenannten Papillarleisten. Dieser Abstand nimmt tendenziell zu, wenn Kinder älter werden. Anschließend verglichen sie die antiken Abdrücke unter anderem mit modernen Fingerabdrücken von Männern und Frauen unterschiedlichen Alters.

Laut einer Modellrechnung stammten nur etwa 45 Prozent der Fingerabdrücke von erwachsenen Männern, weitere 33 Prozent von Frauen und der Rest von Jugendlichen unter 15 Jahren. »Die Modellergebnisse zeigen, dass die Handwerksgemeinschaft nicht ausschließlich aus erwachsenen Männern bestand«, schreiben die Studienautoren.

Zwar konnten die Forscher nur einen kleinen Teil der Anlage untersuchen und es ist nicht klar, ob auch bei den anderen Figuren Kinder und Frauen am Werk waren. Dennoch reiche die Untersuchung, um bisherige Annahmen zu überdenken.

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Quelle: Spiegel ›

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