Nachrichten aus Deutschland und der Welt RSS Ruhiger Modus: an
DE EN
deublitz.de
Aktuell
Politik

Vanesse Emde meldet sich krank – Fraktionsvorstand der Berlinen Linken vertagt Aussprache

Ihre Position zu Israel belastet die Gespräche mit Grünen und SPD: Eigentlich wollte die Linken-Führung in Berlin gemeinsam mit der umstrittenen Abgeordneten Vanessa Emde den Konflikt am Dienstag klären. Doch daraus wird nichts.

Vanesse Emde meldet sich krank – Fraktionsvorstand der Berlinen Linken vertagt Aussprache

Vanessa Emde: Einladung für die kommende Sitzung am kommenden Dienstag wiederholt

Eigentlich wollte die Berliner Linke gemeinsam mit der Abgeordneten Vanessa Emde ihre Position zum Thema Antisemitismus und Israel klären. Emde hatte wegen ihrer israelkritischen Positionen mehrfach Diskussionen ausgelöst - ihr könnte der Rauswurf aus der Linke-Fraktion im Abgeordnetenhaus drohen.

Zu der digitalen Vorstandssitzung meldete sich Emde jedoch krank. »Der Fraktionsvorstand hat die Einladung an Vanessa Emde nun für die kommende Sitzung am kommenden Dienstag wiederholt. Die Beratungen zum Thema setzt die Fraktion in der kommenden Woche fort«, teilte ein Sprecher der Fraktion dem SPIEGEL mit.

Die frisch gewählte Abgeordnete aus Neukölln hatte im Wahlkampf stark auf das Thema Palästina-Solidarität gesetzt. Sie hatte dabei unter anderem die These vertreten, dass es kein Existenzrecht für Staaten gebe, sondern nur für Menschen. Am vergangenen Donnerstag wiederholte sie das in einem Instagram-Video ausdrücklich. Ich stehe zu meinen Aussagen, und ich nehme keine einzige dieser Aussagen zurück.«

Emde kritisierte auch eine Erklärung zum Antisemitismus, die sie wie alle Linke-Fraktionsmitglieder noch zwei Tage zuvor unterschrieben hatte. Darin bekennen sich die Unterzeichner unter anderem zum Existenzrecht Israels. Nach Emdes Kritik erklärte die Fraktionsspitze, sie sehe keine Grundlage mehr für eine Zusammenarbeit mit ihr.

Bei der Berlin-Wahl am 20. September war die Linke mit 25,7 Prozent stärkste Kraft geworden. Dahinter folgen CDU (18,8 Prozent), AfD (16,3 Prozent), Grüne (14,3 Prozent) und - mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis - die SPD (12,1 Prozent). Die bisher regierende CDU/SPD-Koalition hat ihre Mehrheit verloren. Nun wird versucht, eine rot-grün-rote Regierung zu bilden. Gelingt das, könnte Linke-Fraktionschefin Elif Eralp erste Regierende Bürgermeisterin ihrer Partei in Berlin werden.

Auf ein am vergangenen Samstag vorgelegtes Sondierungspapier hatten sich Linke, Grüne und SPD in zeitweise mühsamen Verhandlungen verständigt. Die Diskussion um ein konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus, angefacht durch mehrere Vorfälle in den Reihen der Linken, erschwerte die Gespräche.

Ein Berliner Bündnis gegen Antisemitismus appellierte an Grüne und SPD, keine Koalitionsgespräche mit der Linken aufzunehmen. »Mit dieser Partei darf es keinerlei Koalition geben«, hieß es in einem offenen Brief. »Uns besorgt sehr, dass die Partei Die Linke dem Antisemitismus in ihren eigenen Reihen nicht klar genug entgegentritt«, so die Autoren des Briefes. »Auf Demonstrationen marschieren Vertreter der Partei Die Linke teilweise Seite an Seite mit antiisraelischen Aktivisten.« Dem Bündnis gehören nach eigenen Angaben "engagierte Bürgerinnen und Bürger" an.

Linke, Grüne und SPD hatten sich noch vor den Sondierungen auf eine gemeinsame Erklärung zum Thema Antisemitismus verständigt, die im Fall einer Regierungsbildung in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden soll. Angedacht sind bei Verstößen gegen die vereinbarten Grundsätze Sanktionen bis hin zum Fraktionsausschluss.

Quelle: Spiegel ›

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare.

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Straßburg - EU-Parlament stärkt Rechte von Reisenden
Politik

Straßburg - EU-Parlament stärkt Rechte von Reisenden

In der EU sollen die Rechte von Reisenden gestärkt werden. In Straßburg stimmte das Europäische Parlament für ein Gesetz, das auch Drittanbieter bei Reiseausfällen verpflichtet, Kosten zu erstatten. Angefallene Vermittlungsgebühren müssen demnach ebenfalls zurückgezahlt werden.

Deutschlandfunk Positiv