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„Bayerntrend“: CSU bleibt klar stärkste Kraft im Freistaat

Die CSU hält sich in Bayern stabiler, als es der Bundestrend nahelegte. Den bevorstehenden Parteitag muss Söder wohl nicht fürchten.

„Bayerntrend“: CSU bleibt klar stärkste Kraft im Freistaat

Die CSU wird sich am Freitag und Samstag in München zum Parteitag treffen. In welcher Stimmung das geschehe, so hieß es in den vergangenen Monaten immer mal wieder, werde auch von den Umfragewerten abhängen, die der Bayerische Rundfunk ein paar Tage vorher zu veröffentlichen beabsichtige. Nun ist der „Bayerntrend“ von Infratest dimap im Auftrag des BR da – und lässt einen für CSU-Chef Markus Söder eher unproblematischen Parteitag erwarten. Wenn am kommenden Sonntag in Bayern Landtagswahl wäre, würden 36 Prozent die CSU wählen. Das sind zwar drei Prozentpunkte weniger als im Januar. Wenn man aber die Faustregel in Rechnung stellt, wonach die CSU sich für gewöhnlich nur um maximal zehn Prozentpunkte vom Bundestrend abheben kann, dann sind gemessen an den derzeitigen 18 bis 21 Prozent für die Union im Bund 36 Prozent klar mehr, als manche befürchtet, andere womöglich erhofft hatten. AfD steigt auch in Bayern, bleibt aber hinter der Bundespartei zurück Die AfD kommt in Bayern derzeit auf 21 Prozent, das ist ein Plus von zwei Punkten gegenüber Januar, es sind aber fünf bis acht Punkte weniger als im Bund. Die Freien Wähler verharren in Bayern bei neun Prozent, die Grünen legen zwei Prozentpunkte zu auf 15 Prozent. Die SPD verbleibt bei acht Prozent, die Linke steigt um einen Prozentpunkt auf vier, die FDP geht auf (oder unter) in den sieben Prozent, die auf die übrigen Parteien entfallen. Interessante Ergebnisse erbrachte auch die Frage nach der Zufriedenheit mit den Politikern. Ministerpräsident Söder liegt hier an der Spitze, mit 48 Prozent sehr Zufriedenen oder Zufriedenen. Ist das viel, ist das wenig? Jedenfalls gibt es 49 Prozent, die mit ihm weniger oder gar nicht zufrieden sind. Auf Platz zwei rangiert Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger (40/47), gefolgt von CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek (33/31)und der Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze (31/28). Mehr oder weniger schwach schnitten die CSU-Bundespolitiker ab. Innenminister Alexander Dobrindt kam auf 35/47, Forschungsministerin Dorothee Bär auf 26/38 und Agrarminister Alois Rainer auf 12/17. Ihn kennen auch nur 29 Prozent. Angeführt wird die Bekanntheitsskala von Söder mit 97 Prozent – wobei es spannend wäre, zu wissen, wer die drei fehlenden Prozent sind. Doleschal folgt in der CSU-Europagruppe auf Niebler Zur besseren Gewichtung von Söders Werten mag beitragen, dass der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im Juni bei der Beliebtheit auf die Werte 42/40 kam, der baden-württembergische Regierungschef Cem Özdemir (Grüne) im Oktober auf 58/31. Gefragt von Infratest wurde auch nach einer anderen Personalie. Gemeint ist damit nicht der Europaabgeordnete Christian Doleschal, der am Montagabend einstimmig zum neuen Vorsitzenden der CSU-Europagruppe und bei einer Enthaltung zum Ko-Vorsitzenden der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament gewählt wurde, beides als Nachfolger von Angelika Niebler, die zuletzt wegen Verdachts auf Missbrauch von EU-Geldern im Fokus stand. Gemeint ist vielmehr Landtagspräsidentin Ilse Aigner, die, auf dem Parteitag zwar nicht zur Kandidatin für das Bundespräsidentenamt nominiert, aber Rückenwind bekommen soll. Laut Umfrage hielten 59 Prozent der Befragten sie für eine „gute Besetzung“ für Schloss Bellevue, 22 Prozent meinen, sie sei das nicht. Unter den CSU-Anhängern bekommt Aigner 87 Prozent Zustimmung, 79 von denen der Freien Wähler, 64 von den Grünen- und 60 von den SPD-Anhängern. Nur AfD-Anhänger hielten Aigner mehrheitlich – 24 zu 49 – für keine gute Wahl.

Quelle: FAZ ›

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