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Darts: Ist Weltmeister Luke Littler selbst schuld, dass die Fans ihn ausbuhen?

Der Geschäftsführer des Darts-Weltverbands PDC findet, der junge Champion aus England müsse gelassener auf Schmährufe des Publikums reagieren.

Darts: Ist Weltmeister Luke Littler selbst schuld, dass die Fans ihn ausbuhen?

Darts-Champion Littler im Januar im WM-Finale in London

Seit einiger Zeit ist Darts-Weltmeister Luke Littler bei Turnieren mit Schmährufen der Fans konfrontiert. Es ist kurios. Der Engländer gilt als Wunderkind seines Sports, zeigt erstklassige Leistungen, scheint aber dennoch bei vielen Fans unbeliebt zu sein.

Daran trage der Champion eine Mitschuld – das meint zumindest der Geschäftsführer des Weltverbandes PDC, Werner von Moltke.

»Die Menschen reagieren immer so, wenn jemand erfolgreich ist, extrem viel Geld verdient und dann so empfindlich ist«, sagte von Moltke in einem Interview mit dem Sport-Informations-Dienst vor dem Start der Dart-Europameisterschaft in Dortmund am kommenden Donnerstag.

Darts-Fans bei einem Turnier im Alexandra Palace in London

Was der PDC-Chef damit meint: Littler war zuletzt häufiger bei Turnieren in den Niederlanden und Deutschland ausgebuht worden. Der 19-Jährige kündigte daraufhin einen Boykott von Wettkämpfen an.

Ab diesem Donnerstag (19.00 Uhr) macht Littler aber mal wieder eine Deutschland-Ausnahme. Wenn es in der Westfalenhalle um den EM-Titel geht, darf er nicht fehlen.

Von Moltke findet, Littler müsse mit der Situation gelassener umgehen. »Wenn du in so jungen Jahren in solch eine Branche kommst, dann reagiert man auch manchmal falsch«, sagte von Moltke. »In einem gewissen Alter kehrt da eine gewisse Ruhe ein, damit man nicht nach jedem Buhruf eine Boykottaktion ausruft. Es wird ihm auf Dauer mehr schaden, als dass es ihm einen Gefallen tut«.

Zuletzt hatte Littler bei einigen Veranstaltungen auf die Schmährufe des Publikums auch mit Provokationen reagiert. Dieses Verhalten habe den Unmut womöglich noch weiter verstärkt, befindet von Moltke.

Littler war 2024 als 16-Jähriger ins WM-Finale eingezogen, ein Jahr später holte er sich den Titel und wurde zum Publikumsliebling. Doch weil seine Dominanz seitdem anhält, wandte sich das Darts-Publikum, das tendenziell eher Underdogs bevorzugt, immer mehr gegen Littler und buhte ihn aus.

Im September wurde er etwa bei den World Series of Darts Finals in Amsterdam sowohl im Spiel gegen Lokalheld Danny Noppert als auch im Achtelfinale gegen Nathan Aspinall ausgepfiffen. Während der Partie gegen Aspinall unterbrach der Schiedsrichter das Match kurzzeitig und verwarnte die Zuschauer wegen ihres Verhaltens.

»Wenn die Niederländer so bleiben, dann werde ich dort keine European Tour mehr spielen. Es hat einfach keinen Sinn, dass ich anreise und meine Zeit verschwende, während ich ausgebuht werde«, sagte er damals. »Ich will einfach nur Darts spielen – und natürlich Autogramme geben«, ergänzte er.

Mehr über das Darts-Wunderkind und die Pfiffe der Fans lesen Sie hier 

Quelle: Spiegel ›

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