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Film „Schattenkrieger“: Wer Russland retten will, muss der Ukraine zum Sieg verhelfen

Der Dokufilm „Schattenkrieger“ ist spektakulär. Er handelt von Russen, die für die Ukraine kämpfen – an der Front und im Hinterland. Sie riskieren ihr Leben und das ihrer Familien und sagen: Das ist unsere patriotische Pflicht.

Film „Schattenkrieger“: Wer Russland retten will, muss der Ukraine zum Sieg verhelfen

Seit mehr als viereinhalb Jahren setzt sich die Ukraine gegen den russischen Vernichtungsfeldzug zur Wehr. Was sich Wladimir Putin, der Kriegsverbrecher im Kreml, als „spezielle Militäroperation“ von ein paar Tagen vorstellte, hat sich zu einem Krieg mit Millionen Opfern entwickelt. In dem könnten wir gerade an einem Wendepunkt stehen: So tapfer die Ukrainer um ihre Demokratie und Freiheit kämpfen, ohne die Unterstützung Europas und der USA stünden sie auf verlorenem Posten. Donald Trump und der Starlink-Administrator Elon Musk schlagen sich gerade auf die Seite des Aggressors und lassen die Menschen in der Ukraine im Bombenhagel stehen. In Deutschland machen sich Defätismus und der Wille zum Arrangement mit russischer Terrorherrschaft breit, für das andere Nationen im Osten Europas den Preis bezahlten. Auf der Liste derer, die diese Linie vertreten, stehen AfD, BSW und Linkspartei bis hin zum SPD-Altkanzler und Putin-Kumpel Gerhard Schröder. Die „Schattenkrieger“ leisten Widerstand Ob sie sich je fragen, ob es selbst in Russland Menschen geben könnte, die sich dem Joch der Diktatur verweigern? Die „Schattenkrieger“, von denen der gleichnamige Film des polnischen Journalisten Marcin Mamon handelt, beugen sich nicht, sie leisten bewaffneten Widerstand. Sie kämpfen für die Ukraine an der Front oder helfen dem Geheimdienst in Kiew bei der Vorbereitung von Drohnenangriffen, weit im russischen Hinterland. Zwei von ihnen stellt uns Marcin Mamon vor: Foma organisiert von Warschau aus Operationen in ganz Russland, Iwan führt solche selber aus. Ihn hat Mamon, wie er sagt, schon vor mehr als zehn Jahren kennengelernt, als Iwan sich noch in der zivilen Oppositionsbewegung engagierte. Mit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022 endet Iwans Vertrauen in friedlichen Widerstand. Nun heißt es für ihn: Wer Russland retten will, muss der Ukraine zum Sieg verhelfen. Und dafür geht Iwan, der sich genauso wie Foma als Patriot versteht, augenscheinlich jedes Risiko ein. Zu seiner Motivation, sagt Mamons Warschauer Kontakt Foma, der russische Offiziere aufspürt, er wolle erreichen, dass es sich alle russischen Armeeangehörigen zehnmal überlegten, Kriegsgefangene zu erschießen oder Zivilistinnen zu vergewaltigen – und es dann einfach bleiben ließen. Wer so etwas mache, müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Wie Iwans Aktionen aussehen, zeigen Wackelvideos, die er immer wieder an den Journalisten schickt. Wie sie sich – angeblich – auswirken, sehen wir auch, vor allem bei dem spektakulären Drohnenangriff vom 1. Juni 2025 auf mehrere russische Militärflugplätze, der unter dem Namen „Operation Spinnennetz“ lief. Mindestens dreizehn russische Langstreckenbomber sollen dabei beschädigt oder zerstört worden sein. Seither, heißt es in dem von der BBC und dem Norddeutschen Rundfunk produzierten Film, suche der russische Geheimdienst FSB im ganzen Land noch fieberhafter nach „Verrätern“. Diesen droht nicht nur der eigene Tod, ihre Familien würden ausgelöscht, sagt ein ukrainischer Geheimdienstoffizier im Gespräch mit Marcin Mamon. Wie gelingt es angesichts allgegenwärtiger Überwachung dann aber seinem Gewährsmann Iwan, durch halb Russland zu fahren und auch immer wieder ein- und auszureisen? Wie schafft er es nach Kasachstan, Georgien, in die Türkei und sogar nach Thailand? Das fragt sich der polnische Journalist Mamon im Laufe seiner mehr als zwei Jahre währenden Recherche mehr und mehr. Kann er Iwan trauen? Ist er vielleicht ein Doppelagent und spielt nur den „Schattenkrieger“? Du kannst niemandem trauen außer dir selbst, sagen sie alle Dass man niemandem trauen kann außer sich selbst, sagen alle, die Marcin Mamon zu Wort kommen lässt, auch Iwan. Und so kommt Mamon auf die Idee, seinen einen Gewährsmann von dem anderen überprüfen zu lassen. Ob ihn das Ergebnis überrascht? Iwan muss auch für die Zuschauer ein Rätsel bleiben. Seine Stimme wird nachgesprochen, bei der Darstellung seiner Person kommt – ausnahmsweise einmal aus gutem Grund – Künstliche Intelligenz zum Einsatz. Die Überzeugungskraft dieses Films schmälert das nicht. Marcin Mamon sagt selbst, dass man sich in der Schattenwelt der Widerstandskämpfer, Saboteure, Agenten und Doppelagenten, in der er bei seiner Recherche unterwegs ist, der Wahrheit bestenfalls annähern kann und dafür die richtigen Fragen stellen muss. Mit ein paar Gewissheiten stattet einen der Film „Schattenkrieger – Russen helfen der Ukraine“ aus: Wer mit Putin einen „Frieden“ schließen will, der nicht Entrechtung, Unterwerfung und Versklavung bedeutet, muss wissen, mit wem er es zu tun hat – mit einem Großverbrecher, der keine Grenzen kennt. Die Russen, von denen Marcin Mamons Film handelt, wissen das, sie kennen das System und sehen nur einen Weg, es zu beenden. Danach handeln sie. Sie haben ihre Seite gewählt. Der Film Schattenkrieger – Russen helfen der Ukraine läuft am Montag um 22.50 Uhr im Ersten und in der ARD-Mediathek.

Quelle: FAZ ›

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