Folgen der Ölkatastrophe?: Immer mehr Tiere verschwinden aus dem Golf von Mexiko
Krill, Laternenfische und Kopffüßer - diese Meerestiere verschwinden laut einer neuen Studie in erschreckendem Tempo aus dem Golf von Mexiko. Auch die genetische Vielfalt schrumpfe dramatisch, warnen Forschende aus Florida. Was eine Ölpest damit zu tun hat.
Krill, Laternenfische und Kopffüßer - diese Meerestiere verschwinden laut einer neuen Studie in erschreckendem Tempo aus dem Golf von Mexiko. Auch die genetische Vielfalt schrumpfe dramatisch, warnen Forschende aus Florida. Was eine Ölpest damit zu tun hat.
In großen Bereichen des Golfs von Mexiko sind die Tierbestände sowie die genetische Vielfalt laut einer Studie seit 2011 drastisch geschrumpft. Forschende vermuten einen Zusammenhang mit der schweren Ölkatastrophe auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Jahr 2010, wie sie in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" ("PNAS") berichten. Sie untersuchten den nördlichen und östlichen Golf.
Von 2011 bis 2015 gingen die Bestände je nach Tiergruppe dort um 60 bis 85 Prozent zurück, stellten die Forschenden um Tracey T. Sutton von der Nova Southeastern University im US-Staat Florida fest. Die niedrige Zahl der Fische, Krebstiere und Kopffüßer in den Tiefen des Meeres halte seit mehr als einem Jahrzehnt an. Das Team wertete Daten bis 2023 von verschiedenen Analysen aus.
Besonders stark betroffen sind demnach ökologisch grundlegende Tiergruppen wie bestimmte Krillarten (Euphausiacea) und Laternenfische, die zu den Tiefseefischen zählen. Diese Arten tragen zum Kohlenstoffkreislauf bei und sind zentrale Nahrungsquellen für größere Meeresbewohner wie Thunfische, Wale und für eine Reihe von Seevögeln.
Genetische Analysen von drei Laternenfischarten deuten zudem auf einen Rückgang der genetischen Vielfalt hin. Das sei sowohl eine Bestätigung des Bestandsrückgangs als auch eine Folge davon, berichten die Forschenden.
Die verfügbaren Belege schließen den Erkenntnissen zufolge natürliche Phänomene als wahrscheinliche Ursachen aus. Vielmehr dürften ein großflächiges Verschmutzungsereignis und die damit verbundenen Gegenmaßnahmen den Rückgang ausgelöst haben, so die Forschenden.
Der Verlust setzte laut der Studie kurz nach der Explosion auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" ein. So sei die Ölkatastrophe die plausibelste Erklärung. Nach der Explosion strömten rund 780 Millionen Liter Erdöl ins Meer.
Quelle: n-tv ›
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