Frankreich: Ausschreitungen hinterlassen Spur der Verwüstung in mehreren Städten
Feuer, verwüstete Geschäfte, Straßenbarrikaden: Das Ausmaß der Zerstörung nach den jüngsten Ausschreitungen lässt selbst randaleerprobte Franzosen ratlos zurück. Eindrücke aus einem Land unter Schock.
Farida, Anwohnerin: »Es ist herzzerreißend unsere Stadt so zu sehen. Das ist unglaublich.«
Marseille nach den Ausschreitungen: Frankreich hat am Wochenende die schwersten politischen Unruhen seit Jahren erlebt. Mehr als eine halbe Million Menschen war auf den Straßen.
Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Landesweit wurden mehr als 2000 Personen festgenommen, Hunderte Beamte und Demonstranten verletzt. Auch zahlreiche Geschäfte wurden geplündert.
Das Ausmaß der Verwüstung lässt selbst die Randale gewohnten Franzosen ratlos zurück.
Farida, Anwohnerin: »Wenn jede Demonstration damit endet, dass alle Schaufenster zertrümmert und Geschäfte verwüstet werden – dann kann das einfach nicht so weitergehen.«
Die Protestwelle hatte im September begonnen – damals ging es um Missständen an Schulen. Inzwischen richten sich die Demonstrationen generell gegen soziale Ungleichheit, Kürzungen bei den öffentlichen Ausgaben und hohe Lebenshaltungskosten.
Nach den Unruhen am Wochenende bot Innenminister Laurent Nunez seinen Rücktritt an. Staatspräsident Emmanuel Macron lehnte ab. Der Minister solle im Amt bleiben, um die Befehlskette innerhalb der Polizei und der Sicherheitskräfte aufrechtzuerhalten.
Die Unruhen setzen Macron und sein politisches Lager vor der Präsidentschaftswahl im kommenden April zunehmend unter Druck. Umfragen deuten auf einen Wahlsieg der Rechtspopulistin Marine Le Pen hin. Nach den Protesten hat Macron nun zugesichert, auf die Sorgen der Bevölkerung einzugehen – ohne konkrete Zusagen zu machen.
Quelle: Spiegel ›
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