Gladbachs Absturz auf Rekordniveau - und kaum Hoffnung
Borussia Mönchengladbach bleibt trotz eines Trainerwechsels in der Krise. Wenig spricht dafür, dass sich das bald ändert.
Borussia Mönchengladbach bleibt in der Fußball-Bundesliga in der Krise, obwohl der Klub bereits den Trainer gewechselt hat. Wenig spricht dafür, dass sich das bald ändert. Von Sebastian Hochrainer Neustart nach langer Länderspielpause? Fehlgeschlagen! Trainer-Effekt? Verpufft! Die Verletztenliste? Lang! Die Leistungen? Schwach! Und dann auch noch die Erkenntnis, die Kellerteams so oft haben: Hast du Sch**** am Schuh, hast du Sch**** am Schuh. Denn Pech mit Schiedsrichterentscheidungen rundet die vollumfängliche Krise bei Borussia Mönchengladbach ab. Gladbachs Probleme bleiben mit neuem Trainer Im zweiten Spiel unter Alexander Blessin gab es gegen die TSG Hoffenheim die zweite 1:2-Niederlage. In der Vorwoche hatte der neue Trainer gehadert, dass bei der Derbyniederlage beim entscheidenden Tor durch Said El Mala ein nach seiner Meinung klares Foulspiel nicht geahndet wurde, im Kellerduell gab es wieder eine diskutable und entscheidende Situation. Beim Stand von 1:1 wollte Gladbach einen Elfmeter, weil Oliver Baumann ins Gesicht von Kevin Diks sprang, es gab ihn aber nicht. Das Glück haben die Borussen aktuell überhaupt nicht gepachtet, sich aber darauf zu versteifen, wäre der ganz falsche Ansatz. Denn der Absturz ist hausgemacht, was die Mannschaft auf dem Platz zeigt, ist einfach nicht genug. Unter Eugen Polanski war das Spiel zu wild, unter Blessin fehlt die Gefahr im Spiel nach vorne. Erfolglos sind beide Ansätze, aktuell ist aber nicht in Sicht, wie es besser werden soll. Kleine Verbesserungen unter Blessin reichen nicht Denn auch in Sachen Verletzungen ist die Abwärtsspirale aktuell gefühlt endlos. Isac Lidberg musste gegen Hoffenheim nach 50 Minuten vom Platz, nachdem er gerade den Ausgleich eingeleitet hatte. Er ist Gladbachs letzter echter Mittelstürmer, weil Tim Kleindienst wegen eines Muskelfaserrisses weiter ausfallen wird. Mit Ko Itakura, Jan Leszczynski, Jens Castrop, Enzo Leopold, Fritz Fleck und Franck Honorat ist die Menge an Verletzten schon erstaunlich. Blessin hat es nicht geschafft, mit diesen Umständen so umzugehen, dass es den Umschwung in Gladbach gibt. Es ist offensichtlich, dass der ehemalige Coach des FC St. Pauli etwas bewegt hat, die Defensive ist schon stabiler geworden. Aber im Gesamtbild ist die Verbesserung durchaus überschaubar, die Niederlage gegen Hoffenheim hätte auch deutlicher ausfallen können, wenn man das Chancenübergewicht der TSG bedenkt. Gladbach auf dem Weg zum alleinigen Minus-Startrekord Das Ergebnis ist ein unrühmlicher Startrekord, erst dreimal hatte ein Klub vor Gladbach die ersten sechs Spiele einer Bundesligasaison verloren. Und es spricht wenig dafür, dass die Talfahrt am kommenden Freitag (23.10.2026, 20.30 Uhr) beim VfB Stuttgart endet - der steckt zwar auch in der Krise, doch schon für Hoffenheim war Gladbach ein guter Aufbaugegner. Und weder Stimmung noch Selbstvertrauen oder Personalsituation werden sich bis dahin großartig verbessern. "In unserer Situation zählen nur Punkte und die haben wir wieder nicht geholt", sagte Torhüter Moritz Nicolas nach der Partie gegen Hoffenheim gegenüber dem WDR. "Aktuell ist jedes Wort zu viel, wir müssen dringend schauen, dass wir punkten. Es ist eine brutal frustrierende Situation für uns alle, uns Spieler, die Fans, den Verein. Wir müssen schauen, dass wir schnell Punkte holen und da unten rauskommen." Blessin: "Uns wird gerade nichts geschenkt" Offenbar haben auch die Fans daran den Glauben verloren, nach dem Abpfiff gab es eher eine Nicht-Reaktion des Anhangs, selbst die Wut ist verflogen, es scheint sich das Gefühl der Machtlosigkeit zu verbreiten. "Ich habe den Jungs zwei Dinge im Kreis gesagt: Wenn ich ängstlich bin und nur Rückpässe spiele, brauche ich nicht erwarten, dass ich die Fans zurückhole. Ich bin da auch fuchsteufelswild geworden", sagte Blessin über die Phase am Ende der ersten Halbzeit, nach der es Pfiffe gegeben hatte, im WDR-Interview. Was ihm auch dieses Gefühl gab: "Bei den Gegentoren sind wir nicht in die Zweikämpfe gekommen und weichen zurück, bleiben nicht am Gegner dran. Das sind Dinge, die extrem bestraft werden. Das ist eine Verkettung von Dingen, die momentan in die falsche Richtung laufen und die dafür sorgen, dass man wie schon in Köln ein Spiel verliert, das man nicht verlieren muss. Uns wird gerade nichts geschenkt, wir müssen uns alles hart erarbeiten." Doch diese Arbeit trägt bisher keine Früchte - und das könnte so bleiben. Unsere Quellen: Beobachtungen des WDR-Reporters vor Ort Sendung: "Niederlage auch im Kellerduell: Gladbach verliert gegen TSG Hoffenheim", WDR.de, 19.10.2026, 0:00 Uhr
Quelle: tagesschau ›
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