SPD-Frauen: Wer ist hier sexistisch?
Die Union habe „Angst vor starken Frauen“, sagt die Vorsitzende der SPD-Frauen, Carmen Wegge. Man nennt so etwas auch ein Totschlagargument.
Die SPD-Frauen müssen aufpassen, dass sie sich nicht unglaubwürdig machen. Es könnte ihnen sonst passieren, dass sich der „Sexismus“-Vorwurf bald gegen sie selbst richtet, mit dem sie die Männer in der Union so großzügig belegen. Denn was sonst sollte es sein als umgekehrter Sexismus, wenn Carmen Wegge, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft SPD-Frauen, Kritik an der mecklenburg-vorpommerischen Ministerpräsidentin Manuela Schwesig als Angst der Unions-Männer „vor starken Frauen“ abwehrt? Wollte man dem folgen, könnte man ab sofort keine einzige Frau mehr für egal was kritisieren. Man nennt so etwas auch ein Totschlagargument. Ein einfaches Werkzeug gegen die Union? „Wenn Frauen Macht haben, werden sie nicht politisch gestellt, sondern persönlich angegriffen“, setzte Wegge noch hinzu. Als ob Männern das nicht auch so ginge, siehe Friedrich Merz. Es war aber Manuela Schwesig, die mit ihrem Vorwurf der „Unmenschlichkeit“ gegen Kritik aus der CDU am Tempo der Rentenreform unter die Gürtellinie zielte – und den Vorwurf am Ende nicht belegen konnte. Vielleicht glauben die Frauen (und manche Männer) in der SPD, mit solchen moralisch-feministisch aufgeladenen Vorwürfen ein einfaches Werkzeug gegen die Union gefunden zu haben. Sie sollten es lieber schnell wieder aus der Hand legen. Denn die mühsam erkämpfte Glaubwürdigkeit der Frauen, die sich gegen wirklichen Sexismus wehren müssen, könnte sich sonst schnell wieder verbrauchen.
Quelle: FAZ ›
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