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SV Darmstadt 98 - Der gefährliche Flirt mit dem Abstiegskampf

Betrachtet man die 0:4-Schlappe vom Sonntag in Karlsruhe, muss einem Angst und Bange um Darmstadt 98 werden. Die Lilien stecken tief drin im Tabellenkeller und die Gefahr besteht, dass der Flirt mit der Abstiegszone länger dauern könnte. Freitag wird es nun sehr wichtig.

SV Darmstadt 98 - Der gefährliche Flirt mit dem Abstiegskampf

Betrachtet man die 0:4-Schlappe vom Sonntag in Karlsruhe, muss einem Angst und Bange um Darmstadt 98 werden. Die Lilien stecken tief drin im Tabellenkeller und die Gefahr besteht, dass der Flirt mit der Abstiegszone länger dauern könnte. Freitag wird es nun sehr wichtig. Darmstadt 98 kommt unten nicht raus. Eine Woche nach dem 3:1-Sieg gegen Cottbus rutschen die Lilien durch die bittere 0:4-Niederlage beim Karlsruher SC wieder tief rein in den Tabellen-Keller der 2. Liga. Rang 17, Abstiegsplatz, das ist die ernüchternde Realität in Darmstadt. Die Leistung gegen den KSC war besorgniserregend: Hinten unterliefen den Lilien haarsträubende Fehler, vorne waren sie harmlos. Beim defensiven Durcheinander taten sich vor allem zwei Lilien-Spieler hervor: Zum einen Torwart Marcel Schuhen. Der verhinderte gegen Spiel-Ende mit einer Glanzparade zwar eine noch höhere Niederlage, patzte beim zweiten Gegentor jedoch ganz gewaltig. Schuhen ließ einen harmlosen Karlsruher Schuss prallen, der KSC bedankte sich mit dem 2:0. "Katastrophaler Auftritt von uns von der ersten bis zur letzten Minute", redete Schuhen im Nachgang auch nicht lange um den heißen Brei herum. Haarsträubendes Zweikampfverhalten von Pfeiffer "Katastrophaler Auftritt", das trifft auf die Offensive, vor allem aber die Defensive der Lilien zu. In den Tagen vor dem KSC-Spiel hatte sich Lilien-Innenverteidiger Patric Pfeiffer noch mit den Worten "Wir sehen, dass wir uns als Mannschaft festigen" ziemlich optimistisch gezeigt, gegen den KSC erwischte Pfeiffer einen gebrauchten Tag. Vor dem ersten Gegentor in der 6. Minute verlor der Darmstädter Defensiv-Mann beim Kopfball-Duell komplett die Orientierung, ließ so die Vorlage zum 0:1 zu, in der zweiten Halbzeit wurde es noch schlimmer. Da sprang Pfeiffer unerklärlicherweise gar nicht mehr zum Kopfball-Duell hoch, der aufgerückte KSC-Verteidiger Christoph Kobald konnte unbedrängt zum vorentscheidenden 3:0 einköpfen. Mit 18 Gegentreffern haben die Lilien mit Abstand die meisten Tore aller Zweitligisten gefangen. "Das war kein Zweitliga-Niveau. Es fehlt an den Basics", so das knallharte Urteil von Torwart und Kapitän Schuhen. Hinten fahrig, vorne harmlos - das riecht nach Abstiegskampf Kein Zweitliga-Niveau? Droht Darmstadt 98 in dieser Saison ein knüppelharter Abstiegskampf? Im Moment sieht es so aus, vor allem wegen der Auswärts-Auftritte der Lilien. Ein einziges Tor haben die Südhessen in den vier Spielen in der Fremde bislang zustandegebracht. Beim 0:4 in Karlsruhe brachten die Darmstädter gerade einmal einen Schuss auf das gegnerische Tor, viel zu wenig. Die große Lücke in der Offensive, die durch den Abgang der Top-Stürmer Fraser Hornby und Isac Lidberg entstanden ist, konnten die Lilien im Sommer nicht schließen. Ho-Jae Lee und Milan Smit, der im KSC-Spiel in 90 Minuten gerade einmal 20 Ballkontakte hatte und zudem die beste Darmstädter Chance liegenließ, kommen bislang in acht Spielen jeweils erst auf zwei Tore, Lance Duijvestijn traf in der Liga noch gar nicht. Und so kommen die Lilien derzeit denkbar harmlos daher. Doch wie soll sich das ändern? Nun ist Kohfeldt gefragt Ändern kann das aktuell nur einer: Trainer Florian Kohfeldt. Aus einer strauchelnden Mannschaft muss er nun das Maximale herausholen. "Wir müssen die Gründe für die Misserfolge schnellstens finden und daran arbeiten". Auch Kohfeldt weiß, dass sein Team am Sonntag in Karlsruhe bei den Gegentoren "mindestens drei Geschenke" verteilt hat. Beginnt heute also der Abstiegskampf? "Bis zum neunten Tabellenplatz sind es nur zwei Punkte, da sollte man jetzt nichts schönreden, aber halt auch nicht in Panik verfallen. Unser Problem ist nicht die Tabelle, unser Problem sind diese Leistungs-Schwankungen. Diese Schwankungen müssen wir in den Griff kriegen. Intern werden wir die Dinge sehr klar ansprechen", kündigte Kohfeldt an. Vor allem, was das Abwehrverhalten anbetrifft. Musste sich vor einer Woche Aleksandar Vukotic kritische Worte des Trainers anhören, wird es diesmal wohl seinen Innenverteidiger-Kollegen Pfeiffer treffen. Es muss schnell besser werden bei den Lilien, denn schon am Freitag steht das Heimspiel gegen den FC St. Pauli (18.30 Uhr) an. Da ist der SV Darmstadt 98 eigentlich zum Punkten verdammt, wollen die Südhessen nicht noch weiter in den Tabellenkeller rutschen. Sollte das gegen St. Pauli schief gehen, müsste sich auch Trainer Kohfeldt so langsam kritischere Fragen anhören müssen.

Quelle: tagesschau ›

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