Ukraine-Krieg: Drohne rettet erstmals verletzten Soldaten von der Front
Im Ukrainekrieg hat erstmals eine Drohne einen verletzten Soldaten von der Front abtransportieren können. Die ukrainischen Streitkräfte feiern das mit einem Imagefilm auf Telegram – inklusive pathetischer Musik.
Dieser Soldat wird gerade aus einem Frontgebiet gerettet – via Hexakopter. Zum ersten Mal ist es der Ukraine gelungen, einen verletzten Soldaten per Drohne aus einem Gefecht mit russischen Truppen auszufliegen. Und das laut Medienberichten gleich über 62 Kilometer hinweg.
»Wir sind schon bereit.« »Alles klar, abheben.«
Dieses Video soll den spektakulären Transport zeigen. Ukrainische Landstreitkräfte haben es am Montag auf ihrem Telegramkanal veröffentlicht. Der SPIEGEL hat die Identität einer der im Video zu sehenden Soldaten bestätigt und keine offensichtlichen Hinweise auf die Verwendung von KI festgestellt.
Das Frontgebiet ist von den Streitkräften bewusst verpixelt worden, um den genauen Evakuierungsort zu schützen. Nach Militärangaben hatte sich der verletzte Soldat jedoch in einem Gebiet befunden, das von Landminen und russischen Drohnen bedroht war. Eine herkömmliche Rettung sei daher nicht möglich gewesen.
Rund 500 Tage habe der Soldat an der Front verbracht. Seit Februar sei er verletzt und nur mithilfe von Drohnenlieferungen versorgt worden. Anfang Oktober habe dann der insgesamt Rettungsflug stattgefunden, der insgesamt eine Stunde und 14 Minuten andauerte.
Der Soldat werde nun medizinisch behandelt, seine Verletzungen seien jedoch nicht lebensbedrohlich.
Napalm, Kommandeur: »Eine äußerst komplexe Operation, aber sehr erfolgreich. Ich glaube, dass sie in gewisser Weise in die Geschichte eingehen wird – zumindest in die unserer Einheit ganz sicher.«
Allerdings: Während des Flugs hing der verwundete Soldat ungeschützt unter einer großen und damit gut sichtbaren Drohne. Ob und unter welchen Bedingungen sich solche Einsätze wiederholen lassen, muss sich laut Drohnenhersteller aus Sicherheitsgründen demnach erst noch zeigen.
Quelle: Spiegel ›
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