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Ukrainekrieg: Trumps verdrehte Sicht auf die Welt

Der amerikanische Präsident schlägt sich im Ukrainekrieg auf die Seite des Angreifers Russland. Wieder kann Deutschland hier einiges lernen.

Ukrainekrieg: Trumps verdrehte Sicht auf die Welt

In welcher verdrehten Welt Donald Trump lebt, hat er jetzt noch einmal anschaulich mit der Bemerkung zum Ausdruck gebracht, Russland habe sich „in Bezug auf die Ukraine gut verhalten“. Ein Nachbarland zu überfallen, es ohne Unterlass aus der Luft zu beschießen und auf dessen faktischer Kapitulation zu bestehen, das soll „gut“ sein? Und den Präsidenten des angegriffenen Landes, das um sein nacktes Überleben kämpft, will Trump von den weiteren Verhandlungen fernhalten, während er durchaus bereit ist, mit Wladimir Putin und Xi Jinping über die Ukraine zu reden. So spricht und handelt im Jahr 2026 ein amerikanischer Präsident, dessen Vorgänger sich als Anführer der freien Welt verstanden haben. Er schlägt sich auf die Seite einer autokratischen Großmacht, hilft ihr wirtschaftlich und setzt eine für Freiheit und den Anschluss an den Westen kämpfende Nation unter Druck. Die Beteuerungen des Außenministers Wie weit dieser Druck reicht, ob auch Aufklärungsdaten und Waffenlieferungen zurückgehalten werden, ist angesichts der Vorhaltungen und Dementis aus Kiew und Washington schwer zu beurteilen. Aber man zögert, den Beteuerungen von Trumps Außenminister Glauben zu schenken, zu sehr stehen sie im Gegensatz zur politischen Richtung seines Chefs. Auch das gehört zum moralischen Verfall der Weltmacht. Das Wort eines amerikanischen Außenministers war mal etwas wert. Für die geschrumpfte Mitte der deutschen Politik halten die vergangenen Tage wieder die Lehre bereit, dass man sich auf Amerika besser nicht mehr verlässt. Es besteht die Gefahr, dass es ausfällt: ganz offensichtlich als politischer Verbündeter und womöglich auch als IT-Dienstleister oder Waffenlieferant. Die Antwort darauf ist nicht die Unterwerfung unter Russland, wie es die AfD will, sondern mehr (europäische) Unabhängigkeit.

Quelle: FAZ ›

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