Zeitumstellung: Forsa-Umfrage zeigt nachlassende Ablehnung des Zeitwechsels
Am Wochenende wird wieder an der Uhr gedreht – für viele ein Ärgernis. Doch gerade junge Leute stören sich weniger an der halbjährlichen Zeitumstellung.
Mehr Tageslicht, weniger Energieverbrauch: Seit 1980 wird in Deutschland zweimal im Jahr die Zeit umgestellt. Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit. Gerade in Deutschland haben sich in der Vergangenheit auffallend viele Menschen darüber aufgeregt. Doch nun schwindet der Missmut allmählich.
Zwar fordern laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit noch immer 71 Prozent der Befragten, die Zeitumstellung abzuschaffen. Aber im Vergleich zum Vorjahr sind das fünf Prozentpunkte weniger und der niedrigste Wert seit 2016, wie die Krankenkasse mitteilt. Am stärksten war die Ablehnung der Zeitumstellung demnach 2018 mit 80 Prozent.
In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen ist der Rückgang der Ablehnung von 66 Prozent auf 50 Prozent der Befragten am stärksten. In dieser Altersgruppe gibt es mit 39 Prozent auch die größte Zustimmung zum Wechsel von Sommer- und Winterzeit.
29 Prozent der Befragten hatten schon einmal Probleme mit der Zeitumstellung, entweder gesundheitlich oder psychisch. Frauen sind mit 36 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 22 Prozent.
Menschen, denen die Zeitumstellung besonders zu schaffen macht, klagten am häufigsten über Müdigkeit oder Schlappheit (80 Prozent). Weitere 63 Prozent berichteten von Problemen beim Einschlafen oder Konzentrationsproblemen, 37 Prozent fühlten sich nach eigenen Angaben gereizt. Rund 20 Prozent berichteten zudem von depressiven Verstimmungen, die sie mit der Zeitumstellung in Verbindung brachten. Für die Studie wurden Ende September bundesweit mehr als tausend Menschen befragt.
Im Jahr 2018 hatten sich in einer Onlinebefragung der Europäischen Kommission 84 Prozent der Teilnehmenden dafür ausgesprochen, die Zeitumstellung in der EU abzuschaffen. Von 4,6 Millionen Antworten kamen damals etwa 3 Millionen aus Deutschland.
Die EU schlug daraufhin vor, die Zeitumstellung zu beenden. Allerdings fehlt noch immer eine europaweite Lösung. So konnten sich die Staaten etwa nicht darauf einigen, welche Zeit gelten sollte: Die Winterzeit, was der Normalzeit entsprechen würde, oder die Sommerzeit.
Laut einer aktuellen Studie wäre eine permanente Normalzeit gesünder, weil das morgendliche Licht die innere Uhr, den Schlaf und die Stimmung stabilisiere. Anhänger der Sommerzeit schätzen dagegen die langen Sommerabende.
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Quelle: Spiegel ›
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