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Aktie für jedes Kind: Anthropic und Musk machen Milliardenversprechen

Das KI-Unternehmen und der reichste Mensch der Welt geben sich gönnerhaft und kündigen an, größere Aktienpakete für das Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen.

Aktie für jedes Kind: Anthropic und Musk machen Milliardenversprechen

Anthropic und Elon Musk setzen sich als Wohltäter in Szene. Das auf Künstliche Intelligenz spezialisierte Unternehmen und der reichste Mensch der Welt haben jetzt angekündigt, größere Aktienpakete für das Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen. Anthropic will dazu eine neue gemeinnützige Tochtergesellschaft gründen, an die zunächst fünf Prozent seiner Aktien abgegeben werden sollen. Musk kündigte an, im kommenden Jahr jedem Kind in den USA eine Aktie seines Raumfahrtunternehmens SpaceX geben zu wollen. Beide Versprechen könnten Milliardendimensionen erreichen. Anthropic bereitet gerade seinen Börsengang vor und peilt Medienberichten zufolge eine Bewertung von zwei Billionen Dollar an. Ein Anteil von fünf Prozent wäre damit 100 Milliarden Dollar wert. Musk hat nicht konkretisiert, bis zu welchem Alter Kinder für seine Spende qualifiziert wären. Nach Regierungsangaben gibt es in den USA rund 73 Millionen Kinder unter 18 Jahren. Würde jedes von ihnen eine Aktie von SpaceX bekommen, wäre dieses Paket beim gegenwärtigen Aktienkurs des Unternehmens mehr als zehn Milliarden Dollar wert. Fonds soll Flexibilität schaffen Die Versprechen kommen in einer Zeit, in der zunehmend über die Gefahren von KI-Technologien gesprochen wird. Anthropic und Musk können also hoffen, sich inmitten dieser Diskussionen in ein positives Licht zu rücken. Musk setzt mit seinem Versprechen zudem einen Gegenpol zu einem wenig schmeichelhaften Dokumentarfilm über ihn, der gerade in die amerikanischen Kinos gekommen ist. Anthropic ist schon heute als „Public Benefit Corporation“ registriert, also ein Unternehmen, das zwar Gewinnabsichten verfolgt, sich aber in seiner Satzung auch eine andere Mission gibt, die gesellschaftlichen Nutzen stiften soll. In einem Blogeintrag des Unternehmens heißt es nun, die Gründung eines eigenen gemeinnützigen Fonds ermögliche „zusätzliche Flexibilität und Größe“. Die Aktien in dem Fonds könnten unter anderem für Spenden an traditionelle wohltätige Organisationen oder auch an bestimmte Bevölkerungsgruppen genutzt werden. Sie könnten zum Beispiel verwendet werden, um etwaige negative Auswirkungen von KI-Technologien auf den Arbeitsmarkt abzufedern. Anthropic hat in diesem Jahr schon ein Forschungsprogramm angekündigt, das KI-Effekte auf Arbeitsplätze untersuchen soll. Dafür wurden 200 Millionen Dollar zugesagt. In dem Blogeintrag schrieb Anthropic, angesichts der Geschwindigkeit des KI-Fortschritts seien mit Blick auf diese Thematik womöglich „kühnere Ansätze“ gefragt, und dabei könne der neue Fonds helfen. Die erste von vielen Spenden? Anthropic will dem Fonds nach eigenen Angaben sofort fünf Prozent seiner Aktien überschreiben, und dieser Anteil könne in Zukunft noch weiter steigen. Für jede Erhöhung der Bewertung des Unternehmens von 50 Prozent über einem bestimmten Basisbetrag sollen weitere zwei Prozent der Aktien an den Fonds gehen. Anthropic wies darauf hin, mit dieser Ankündigung seien nun insgesamt 20 Prozent aller Aktien für das „Gemeinwohl“ vorgesehen. Schon bei der Gründung des Unternehmens hätten sich die Mitgründer verpflichtet, 80 Prozent ihrer Aktien zu spenden. Zudem gebe es ein Programm bei Anthropic, wonach Mitarbeiter Aktien spenden können und das Unternehmen dies dann in gleicher Zahl tue. Elon Musk meldete sich nach Anthropics Ankündigung auf seiner Plattform X zu Wort und kommentierte sie mit der Empfehlung, Aktien „direkt an die Öffentlichkeit“ zu geben. Genau das stellte er dann wenig später mit seinem Versprechen in Aussicht, SpaceX-Aktien an alle amerikanische Kinder zu geben. Er sagte weiter, dies werde nur die erste von vielen Spenden sein. Sollte Musk sein Versprechen wahrmachen, wäre das bemerkenswert, denn er ist in der Vergangenheit verglichen mit manchen anderen Multimilliardären wie Bill Gates wenig mit wohltätigen Aktivitäten aufgefallen. Musk ist der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Im „Bloomberg Billionaires Index“ wird sein Vermögen derzeit auf mehr als 900 Milliarden Dollar beziffert. Vor wenigen Monaten hat schon Gwynne Shotwell, die Präsidentin von SpaceX, angekündigt, an mehr als zwei Millionen Kinder in den USA eine ihrer Aktien am Unternehmen spenden zu wollen. Diese Aktien sollen in die sogenannten „Trump Accounts“ gegeben werden, die kürzlich von der US-Regierung eingeführten steuerbegünstigten und staatlich subventionierten Wertpapierdepots für Kinder. Wie Musk seine Aktien verteilen will, hat er bislang nicht gesagt.

Quelle: FAZ ›

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