Iran: Spionageurteile belasten Verhältnis – Botschafter einbestellt
Erst hat Berlin den iranischen Botschafter einbestellt, nun reagiert Teheran und bestellt den deutschen sowie den EU-Botschafter ein. Hintergrund sind Verurteilungen wegen Spionage für Iran.
Im Streit mit Deutschland hat Iran den deutschen Botschafter Axel Dittmann einbestellt. Ihm sollte der Protest Teherans gegen die »verächtliche Haltung bestimmter deutscher Amtsträger« übermittelt werden, berichtet der iranische Staatssender Press TV unter Berufung auf einen Vertreter des Außenministeriums.
Generaldirektor Aliresa Jussefi sagt demnach, die Vorwürfe gegen Iran seien ein Versuch, die deutsche Unterstützung für den Krieg der USA und Israels gegen das Land zu verschleiern. Wenige Stunden zuvor hatte das Auswärtige Amt den iranischen Botschafter einbestellt.
Anlass dafür waren die Urteile gegen zwei Männer, die nach Auffassung des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg im Auftrag des iranischen Geheimdienstes tätig waren. Das Gericht verurteilte einen 54-Jährigen zu achteinhalb und einen 43-Jährigen zu viereinhalb Jahren Gefängnis.
Die beiden in Dänemark lebenden Männer sollen den Präsidenten des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, und den Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Volker Beck, ausgespäht haben. Zudem ging es um eine versuchte Beteiligung an Mord und schwerer Brandstiftung.
Iran bestellt nach Angaben staatlicher Medien außerdem den EU-Botschafter in Teheran, den Iren Aidan Cronin, ein. Damit wolle die Regierung gegen eine Reihe von »grundlosen« Vorwürfen protestieren.
Jussefi machte die EU für die angespannte Lage in Westasien und am Persischen Golf mitverantwortlich. Die Situation sei das Ergebnis einer »verantwortungslosen Politik« der Europäischen Union. Irland hat derzeit den Vorsitz im Rat der EU inne.
Quelle: Spiegel ›
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