Nordische Kombination: Verheerende Auswirkungen nach Olympia-Aus
Nach dem Olympia-Aus macht sich DSV-Sportdirektor Horst Hüttel riesige Sorgen um die Zukunft der Nordischen Kombinierer. Erste Internate wollen schließen.
Nach dem Olympia-Aus macht sich DSV-Sportdirektor Horst Hüttel riesige Sorgen um die Zukunft der Nordischen Kombinierer. Erste Internate wollen schließen. Die Lage sei "für alle Beteiligten dramatisch und enorm herausfordernd. Einerseits wollen wir uns auf den Sport konzentrieren. Andererseits hat die Entscheidung vom 7. Juli in der gesamten Welt der Nordischen Kombination erdrutschartige Veränderungen ausgelöst - nicht nur in Deutschland, sondern auch international", sagte Hüttel im Interview beim Internetportal "web.de". Harte Kritik am Weltverband Der Sportdirektor des Deutschen Skiverbands (DSV) kritisierte zugleich den weltweiten Verband für den Ski- und Snowboardsport FIS. "Die Informationen, die wir von der FIS erhalten hatten, die allein mit dem IOC korrespondierte und in Kontakt stand, gingen in eine andere Richtung", meinte Hüttel. Man müsse "leider feststellen, dass uns seitens der FIS wahrscheinlich nicht immer die Wahrheit gesagt wurde. Aus dem inneren Kreis des Verbands sind inzwischen Informationen nach außen gedrungen, die in eine andere Richtung weisen. Darüber sind wir enttäuscht. Die Entscheidung stellt unsere gesamte Existenz infrage", erklärte Hüttel weiter. Gibt es noch Hoffnung für 2034? Hüttel machte vor allem dem inzwischen abgewählten FIS-Präsidenten Johan Eliasch schwere Vorwürfe. "Leider kam der Wechsel des FIS-Präsidenten aus meiner Sicht zu spät", der schwedisch-britische Geschäftsmann habe "der Nordischen Kombination großen Schaden zugefügt". Die Hoffnungen ruhen nun auf dem neuen FIS-Boss Alexander Ospelt. "Entscheidend für die Disziplin wird sein, wie intensiv und mit wie viel Herzblut die FIS in Zukunft agieren wird", sagte Hüttel. Ende November beginnt in Finnland die neue Weltcupsaison, die auch für eine mögliche Rückkehr ins Olympiaprogramm 2034 von Bedeutung sein wird. "Wir werden sehen, wie der Weltcup läuft, wie er angenommen und präsentiert wird. Danach werden wir mehr sagen können." Wegfall von Bundesmitteln fatal Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Anfang Juli entschieden, die Kombination nach mehr als 100 Jahren aus dem Programm der Winterspiele für 2030 zu nehmen. Für den DSV-Sportdirektor hätte der Wegfall von Bundesmitteln "verheerende Auswirkungen" auf den gesamten Skisprungsport. "Nicht nur die Förderung der Nordischen Kombination, sondern auch die des Skisprungs hängt in vielerlei Hinsicht an öffentlichen Mitteln. Das betrifft vor allem Sportstätten, Baumaßnahmen, Infrastruktur und deren Unterhalt, aber auch Trainerstellen", erläuterte Hüttel. Negative Signale von zwei Eliteschulen Die Streichung von Fördermitteln wäre fatal für die Nachwuchsarbeit. "Wir haben bereits Signale von zwei Eliteschulen erhalten, die überwiegend von den Ländern finanziert werden. Diese Länderfinanzierungen hängen ebenfalls mit der Bundesfinanzierung zusammen. Uns wurde signalisiert, dass dort künftig keine Nordische Kombination mehr betrieben werden kann und soll", sagte Hüttel. "Das ist fatal für die Sportler, die bereits an diesen Schulen sind, aber auch für mögliche Neuaufnahmen, die dadurch wegfallen könnten. Wir haben im Nachwuchsbereich ungefähr sieben Internate. Bei zwei davon haben wir über die Länder bereits die Information erhalten, dass die Unterstützung zum 1. Januar 2027 praktisch wegfallen soll", äußerte er weiter.
Quelle: tagesschau ›
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