Nachrichten aus Deutschland und der Welt RSS Ruhiger Modus: aus
DE EN
deublitz.de
Aktuell
Wirtschaft

Volkswagen will offenbar Gehälter einfrieren

Autobauer Volkswagen verschärft seine Sparmaßnahmen. Übereinstimmenden Berichten zufolge sollen weltweit die Gehälter für mehrere Jahre eingefroren werden. Der Konzern will sich dazu nicht äußern.

Volkswagen will offenbar Gehälter einfrieren

Volkswagen verschärft seine Sparmaßnahmen. Übereinstimmenden Berichten zufolge sollen weltweit die Gehälter für mehrere Jahre eingefroren werden. Der Konzern will sich dazu nicht äußern. Der Autobauer Volkswagen will nach Angaben des Betriebsrates die Gehälter seiner weltweit rund 660.000 Beschäftigten bis ‌zum Jahr 2030 ​einfrieren. Der Konzernvorstand habe "die Personalverantwortlichen weltweit zu 'Nullrunden bis 2030' angewiesen, also dazu, das aktuelle Tarifniveau einzufrieren und jegliche Entgelterhöhungen auszusetzen", berichtete auch die Gewerkschaft IG Metall am Montag mit Verweis auf eine Information des Europäischen und Weltkonzernbetriebsrats von VW an ​die Belegschaft. Darin wurden ‌Pläne des Konzerns bestätigt, über die zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtet hatte. Die Zeitung berief sich auf ein internes Papier namens "Group Target Picture". Darin sei von einer Neuausrichtung bei den internationalen Tarifverhandlungen gesprochen worden. Die Maßnahme beinhalte auch variable Vergütungen, Sonderzahlungen und weitere Leistungen. Hier seien Kürzungen möglich, heißt es. Kein Kommentar aus Wolfsburg VW wollte gegenüber der ARD-Finanzredaktion den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die anstehenden Tarifverhandlungen. Diese beginnen voraussichtlich Ende November. Verhandelt wird laut der IG Metall sowohl über den VW-Haustarif als auch über den Flächentarif der Metall- und Elektroindustrie, der unter anderem für Audi, MAN und Porsche greift. Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Geld. Betriebsrat rechnet mit Widerstand Die Arbeitnehmervertretung bezeichnete die Pläne von Volkswagen als unrealistisch und erklärte, sie rechne mit heftigem Widerstand. Dem Betriebsrat zufolge greift die Vorgabe des Konzernvorstands bereits seit Anfang Oktober. Damit weiche Volkswagen von der bisherigen Praxis ab, bei ​der in den Personalkostenbudgets stets ein Inflationsausgleich und Spielraum für dezentrale Tarifverhandlungen eingeplant waren. In Deutschland beschäftigt der Wolfsburger Autokonzern rund 275.000 Menschen, von denen 130.000 unter den VW-Haustarif fallen. Für die VW-Töchter Audi, Porsche und MAN gilt der Flächentarifvertrag mit der IG Metall. "Wunschdenken der Arbeitgeberseite" Daher ist die Forderung von Volkswagen Gegenstand der ​Tarifverhandlungen, die schon begonnen haben. "Ein solches Wunschdenken der Wolfsburger Arbeitgeberseite kann ‌gar nicht real werden", erklärte der VW-Betriebsrat. Die Arbeitgeberseite habe ihre Forderungen dafür offiziell noch nicht übermittelt. "Der Nullrundenplan gibt nun aber einen ersten Vorgeschmack", ergänzte die Gewerkschaft. Auch die IG Metall kritisierte die Tarifpläne scharf. Der VW-Konzern breche damit mit der bisherigen Praxis, die in den weltweiten Personalkostenbudgets stets einen Inflationsausgleich vorgesehen und zudem laufend tarifliche Entgelterhöhungen einkalkuliert habe, hieß es. Die Gewerkschaft befürchtet Reallohnverluste von mindestens zehn Prozent, sollte die Pläne verwirklicht werden. Umfassende Sparpläne Der Volkswagenkonzern hat bereits umfassende Sparmaßnahmen beschlossen. So sollen weltweit 50.000 Stellen gestrichen werden. Zudem stehen einige Werke vor der Schließung. Für die Werke in Emden, Hannover, Zwickau und den Audi-Standort Neckarsulm ist den Angaben zufolge keine "wettbewerbsfähige Folgebelegung" gefunden worden. Konzepte für einen möglichen Weiterbetrieb - auch mit anderen Aufgaben - will VW im kommenden Jahr vorlegen.

Quelle: tagesschau ›

Kommentare (0)

Noch keine Kommentare.

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.